Privathaus von Lilihill-Chef Franz Peter Orasch soll versteigert werden – Anadi Bank fordert 700.000 Euro

Franz Peter Orasch, (c) Hannes Krainz
Franz Peter Orasch, (c) Hannes Krainz

Die Hiobsbotschaften im Lilihill-Reich reißen offenkundig nicht ab: Nach den eröffneten Insolvenzverfahren der Lilihill Financial Services GmbH, der „Kurier“ berichtete als erstes, und der Domäne Lilienberg Weinbau GmbH, trifft Lilihill-Chef Franz Peter Orasch nun weitere Unbill. Wie Grundbuchrecherchen ergaben, ist das (möglicherweise ehemalige) private Anwesen von Orasch von einer Versteigerung betroffen. Es kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden, ob Orasch dort noch wohnhaft ist. Jedenfalls war er es.

Anadi Bank will 724.000 Euro

Die Liegenschaft befindet sich im Bezirk Völkermarkt. Der Grundbuchauszug zeigt, dass die Austrian Anadi Bank, die ein Pfandrecht im Höchstbetrag von fünf Millionen Euro auf die Liegenschaft hat, die Versteigerung betreibt. Und zwar zur Hereinbringung von 724.052,70 Euro, wie es heißt.

Es handelt sich dabei um mehrere Grundstücke, auf denen ein Wohnhaus steht. Die Liegenschaft gehört der WPR Projektentwicklungs GmbH, die im Eigentum Oraschs steht. Auch die Raiffeisenbank Kalsdorf hat ein Pfandrecht im Höchstbetrag von 750.000 Euro auf die Immobilie.

Das dürfte aber nicht die einzige Unbill sein: Wie der Ediktsdatenbank der österreichischen Justiz zu entnehmen ist, ist über Oraschs Liegenschaft in der Villacher Peraustraße 45 ein Versteigerungsverfahren eröffnet worden. Die Einleitung des Verfahrens ist bereits im Grundbuch angemerkt.

2,8 Millionen Euro Pfand

Eigentümer der Liegenschaft, auf der sich ein Einfamilienhaus befindet, ist die Peraustraße 45 Immobilien GmbH. Diese befindet sich im Besitz der Lilihill RE Holding GmbH und der LVMO Beteiligung GmbH, beide im Eigentum Oraschs. Betreiber der Versteigerung ist die Raiffeisenbank Radkersburg „zur Hereinbringung von (…) EUR 2.862.410,46“. Konkret dürfte es um knapp 74.000 Euro gehen, die die Bank haben möchte. Die Antragskosten betragen rund 12.700 Euro.

Dem war eine Hypothekarklage am Bezirksgericht Feldbach vorausgegangen. Die Giebelkreuzbank hat ein Pfandrecht im Höchstbetrag von 2,8 Millionen Euro auf die Immobilie.

Liegenschaft 839.000 Euro wert

Der Verkehrswert der Liegenschaft beträgt 839.000 Euro. Das Grundstück ist rund 1400 Quadratmeter groß. Das geht aus einem Gutachten hervor, das Mediapartizan.at vorliegt. In der Lilihill-Zentrale in Klagenfurt war für ein Statement niemand erreichbar. Ein angefragter Rückruf von Oraschs Rechtsvertretung blieb bis dato aus.

Die Villacher Versteigerung findet laut Ediktsdatenbank am 21. Oktober am Bezirksgericht Villach statt. Auch das befindet sich in der Peraustraße.

Auch Klagenfurt beantragt Versteigerung

In Klagenfurt soll das sogenannte Salzamt im Landhaushof versteigert werden, das sich im Besitz der LHH3 GmbH Oraschs befindet. Hier versucht die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, Rückstände in Höhe von über 207.000 Euro hereinzubringen. Das Gutachten dafür soll bereits fertig sein, von Orasch aber mit Einwänden bedacht werden. Was bisher nicht bekannt war: Nun hat auch die Stadt Klagenfurt ein Versteigerungsverfahren bei Gericht beantragt. Die Kärntner Landeshauptstadt fordert rund 75.000 Euro von Orasch. Dabei dürfte es sich um Abgabenrückstände handeln.

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