Jetzt ist ein Insolvenzverfahren über sie eröffnet: Die Domäne Lilienberg Weinbau GmbH der Familie von Immobilieninvestor Franz Peter Orasch ist pleite. Orasch, von Kärntner SPÖ-Granden jahrelang hofiertes Immobilien-Wunderkind, hat innerhalb nur weniger Tage zwei seiner Gesellschaften in Konkurs gehen sehen: Zuerst die Lilihill Financial Services GmbH (Eigenantrag), dann eben auch die Domäne Lilienberg Weinbau GmbH – Oraschs Winzerprojekt mit angeschlossenem Nobelrestaurant.
Über vier Millionen Euro sollen die Passiva der Domäne derzeit betragen. Wie die Jahresabschlüsse bis 2022 zeigen – seither reicht Orasch keine Bilanzen mehr ein – ist das Weingut schon jahrelang defizitär. Bereits 2019, dem Jahr vor der Covid-Pandemie, lag der Bilanzverlust, also der summierte Abgang über die Jahre, bei fast 2,3 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten betrugen 5,8 Millionen. Das Eigenkapital war mit rund 380.000 Euro positiv – noch.
Denn das Eigenkapital wurde rasch aufgefressen. 2020 fuhr die Domäne ein negatives Eigenkapital von rund 920.000 Euro ein. Der Bilanzverlust stieg auf fast 3,6 Millionen, die Verbindlichkeiten kletterten auf mehr als 7,9 Millionen Euro.
Das hinderte aber offenbar das Corona-Beihilfenregime nicht, der Domäne Lilienberg Weinbau GmbH Hunderttausende Euro an Beihilfen zu gewähren. Letztlich war das rechtens, weil ein Insolvenzverfahren noch nicht anhängig war. Im Corona-Jahr 2021 erhielt die Domäne rund 348.000 Euro an Covid-Geldern. 2022 schrieb das Weingut bereits ein negatives Eigenkapital von rund 3,3 Millionen Euro. Gut 5,9 Millionen Euro Bilanzverlust und fast 11,2 Millionen Verbindlichkeiten. Trotzdem gab es rund 256.000 Euro vom Steuerzahler.

Aber das ist noch nicht alles: Laut AMA-Transparenzdatenbank gab es 2024 rund 29.000 Euro und 2025 gut 25.000 Euro an Agrarförderungen – für ein Unternehmen, das seit 2023 keine Jahresabschlüsse eingereicht hatte.

Am 28. März 2024 gab es dann offenbar vom Landwirtschaftsministerium noch einen Zinszuschuss von rund 27.000 Euro. Obwohl es ab dem Geschäftsjahr 2023 im Firmenbuch keine Jahresabschlüsse der Domäne Lilienberg mehr gab.

Ein möglicher Grund, warum die Beihilfen trotz negativer Geschäftszahlen flossen: Oraschs Zentralfirma, die Lilihill Capital Group GmbH, hatte für die Domäne Lilienberg Weinbau GmbH im Jahresabschluss 2022 eine Rangrücktrittserklärung abgegeben, im Ausmaß von drei Millionen Euro hinter andere Gläubiger zurückzutreten.
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