Patrick allein zu Haus? | Kommentar

Patrick Jonke (c) Wajand, eigene, Montage
Patrick Jonke (c) Wajand, eigene, Montage
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Natürlich: Es könnte sein, dass alles nur eine Show ist. Inszeniert. Die Kompetenz dazu hätten sie. Patrick Jonke, Karl-Heinz Petritz und Christian Scheider. Das Spiel mit den Medien beherrschen alle drei. Das politische Einmaleins, wie man False Flags setzt. Von kritischen Schauplätzen ablenkt. Und kampagnisiert. Schwer vorzustellen, dass nicht Jonke und Petritz hinter der Kampagne steckten, an deren Ende der damalige rote Stadtvize Philipp Liesnig unter schwerem Druck zurücktrat („Chat-Affäre“).

Nun aber könnte für Jonke der Tag des jüngsten politischen Gerichts gekommen sein. Und dafür verantwortlich wäre ausgerechnet der, der ihm die Pforten zum Klagenfurter Rathaus aufstieß: Bürgermeister Christian Scheider. Die Klammer zwischen dem fast 62-jährigen Scheider und dem um fast 30 Jahre jüngeren Jonke: Ihre Retortenpartei FSP. Raketenstart hatte die Trutzgeburt seit der Gründung im Juli vorigen Jahres keinen: Auf Facebook hat die Freie Soziale Bürgerpartei gerade mal 302 Follower. Jonke ist ihr Obmann. Scheider Gründungsmitglied. Die Frage ist: Wie lange noch?

Skorianz und Germ sollen an Reunion mit Scheider arbeiten

Seit mehr als einem Monat hält sich nämlich folgendes Gerücht hartnäckig: Scheider könnte wieder mal die Seiten wechseln. Darin hat der Klagenfurter Stadtchef Übung: Bald nach seiner Abwahl als FPÖ-Stadtrat im Dezember 2020, dockte Scheider vor der Gemeinderatswahl 2021 bei Team-Kärnten-Chef Gerhard Köfer an. Damals redete Scheider nachweislich auch mit dem BZÖ, das – das zeigen Papiere – 100.000 Euro für Scheider in den Wahlkampf investieren wollte. Bei Köfer war offenbar mehr zu holen.

In Folge gaben Scheider und Jonke den Wörthersee-Ableger Köfers. Bis dieser sie nach Geldspritzen von mehreren Hunderttausend Euro Anfang 2025 rauswarf, weil ein Teil seiner Klagenfurt-Partie mit der FPÖ geliebäugelt haben soll.

Mit FSP wohl auf verlorenem Posten

Und genau das soll auch jetzt, Anfang 2026, der Fall sein: Scheider soll den Avancen von FPÖ-Klubobmann Andreas Skorianz und Gemeinderat Wolfgang Germ, in die blaue Heimat zurückzukehren und mit der FPÖ in den Wahlkampf 2027 zu starten, nicht gänzlich abgeneigt sein. Mit der FSP hätte er wohl auch wenig Chancen beim Urnengang in einem Jahr.

Was das hieße? Dass Jonke mit der FSP übrig bleiben könnte. Oder: Patrick allein zu Haus.

Ein Indiz in diese Richtung könnte auch sein: Karl-Heinz Petritz scheint als Generalsekretär nicht mehr auf der Website der FSP auf. Wie ein gut unterrichteter Rathaus-Insider sagt, sollen sich Jonke und Petritz nicht mehr grün sein. Und zwar deshalb, weil Petritz weiterhin Berater von Scheider sein wolle. Und sollte der zur FPÖ zurückgehen, bliebe Jonke eben übrig. Die Blauen nähmen Jonke nämlich nicht retour. Der 34-Jährige soll ein rotes Tuch für sie sein.

Doch unter dem ganzen Soll und Würde und Könnte schlummert eine tickende Zeitbombe. Denn das wahre Übel dieser Stadt ist, dass ein skandalbehafteter Bürgermeister wie Scheider überhaupt noch Chancen auf eine Wiederwahl hat. Die Schwäche seiner politischen Konkurrenten scheint dafür der beste Wahlhelfer zu sein.

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