Es ist ein architektonisches Schmuckstück. Aber es modert seit Jahren vor sich hin. Das Betreten des Gebäudes kann lebensgefährlich sein. Die Rede ist vom Hotel Wörthersee an der Norduferstraße des Wörthersees. Luftlinie 100 Meter vom Restaurant Villa Lido des Unternehmers Martin Ramusch entfernt. Das verfallene Hotel ist längst ein Lost Place und außer Betrieb. Es gehört der MW Hotel Wörthersee GmbH, die wiederum mehrheitlich im Besitz des polnischen Investor Marcin Wolski ist. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Seit Jahren wird die Verantwortung für den Verfall des Hotels zwischen Investor, der Stadt Klagenfurt und dem Denkmalschutz hin und her geschoben.
165 Betten
Nun sind geheime Absichten der Stadt Klagenfurt aufgetaucht. Diese beinhalten offenbar eine Revitalisierung des Hotels. Und zwar: Wieder als Hotel. Abgesehen davon, dass Wolski dem Vernehmen nach 2,5 Millionen Euro für das verfallene Bauwerk haben möchte, wären rund 45 Millionen Euro für eine Sanierung des Hotels nötig. Die Bauzeit soll drei Jahre betragen. Am Schluss soll es 165 Betten im neuen Hotel Wörthersee geben.
Millionen sollen von geplantem Bauträger kommen
Aber woher will die finanzklamme Stadt die Millionen für die Sanierung nehmen? Die könnten vom Bauträger, den die Stadt Klagenfurt plant, ins Projekt geschossen werden. Bekanntlich will die Stadt einen solchen Bauträger (in der Rechtsform einer GmbH & Co KG) gründen, um Kredite aufnehmen zu können, so dass gemeinnütziger Wohnraum geschaffen werden könnte. Sieht man sich die Mietpreissteigerungen am privaten Wohnungsmarkt an, ist der Bedarf an günstigen Gemeinde- oder gemeinnützigen Wohnungen jedenfalls gegeben. Die Stadt muss dem geplanten Bauträger zur Sicherstellung der aufzunehmenden Kredite allerdings die bereits bestehenden 3100 Gemeindewohnungen „überschreiben“.
Und genau dieser Bauträger könnte auch die Millionen für die Hotelsanierung aufnehmen. Im Rathaus wird – wie es aussieht – bereits mit Finanzierungskosten und Rückzahlungsoptionen spekuliert. Ein politischer Insider spricht von einer Finanzierungsdauer zwischen 20 und 30 Jahren. Etwa 51 Millionen soll der Finanzierungsaufwand insgesamt ausmachen (was sehr hoch erscheint).
Wolski zahlte 900.000 Euro
Wolski kaufte das Hotel 2016 um 900.000 Euro von der Freyenthurn Immobilien AG. Das von der Stadt angedachte neue Hotel soll jedoch mehr Platz brauchen: Angeblich wird dafür auch ein westlich gelegenes Grundstück gebraucht, das derzeit im Eigentum der IWS Inspiration Bauträger GmbH ist, die zu einem Drittel einem bekannten Klagenfurter Immobilienjuristen gehört.
Die Pläne beinhalten außerdem die Suche nach einem Betreiber des Hotels. Aus der Pacht sollen die Kreditrückzahlungen finanziert werden.
Hinterlasse jetzt einen Kommentar