Drei Orasch-Firmen wegen Vermögenslosigkeit aufgelöst. Versteigerung von Haus anberaumt

Das Lilihill-Gebäude in der Villacher Straße 37
Das Lilihill-Gebäude in der Villacher Straße 37
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Während Franz Peter Oraschs Chance auf die Wiederherstellung seiner Miteigentümerschaft beim Flughafen Klagenfurt nach einem Urteil des Handelsgerichts Wien kurz vor Weihnachten 2025 noch intakt ist, geht es andernorts für den Lilihill-Chef weniger vergnüglich zu: Bei drei Firmen der Familie Orasch ist es laut jüngsten Firmenbuchmeldungen zu einer Löschung des Unternehmens „infolge Vermögenslosigkeit“ oder „infolge vermuteter Vermögenslosigkeit“ gekommen. Die Meldungen stammen vom 21. und 22. Mai dieses Jahres.

Unter den drei Firmen befindet sich die VIS 37 Immobilien GmbH, die im Besitz des Gebäudes in der Villacher Straße ist, in dem sich die Klagenfurter Zentrale der Lilihill-Gruppe befindet.

Faksimile der Löschung: Von Amts wegen

Alle drei Liegenschaften in der Villacher Straße in Klagenfurt

Die beiden anderen Firmen sind die Villacher Straße 39 Immobilienbesitz GmbH und die Dragonfly English Kindergarten GmbH, dem seit längerem geschlossenen Kindergartenprojekt der Familie Orasch. Auch diese beiden Liegenschaften befinden sich in der Villacher Straße. Seit Jahren schon scheinen im Online-Firmenbuch keine Jahresabschlüsse zu diesen Firmen auf. Die letzten abrufbaren stammen aus dem Bilanzjahr 2022.

Jahresabschlüsse nicht eingebracht

Die Firmen wurden nach § 40 des Firmenbuchgesetzes gelöscht: „Eine Kapitalgesellschaft, die kein Vermögen besitzt, kann auf Antrag der nach dem Sitz der Gesellschaft zuständigen gesetzlichen Interessenvertretung oder eines Finanzamtes oder von Amts wegen gelöscht werden; mit der Löschung gilt die Gesellschaft als aufgelöst.“

Und weiter: „Eine Abwicklung findet nicht statt. Sofern das Vorhandensein von Vermögen nicht offenkundig ist, gilt eine Kapitalgesellschaft bis zum Beweis des Gegenteils auch dann als vermögenslos, wenn sie die Jahresabschlüsse und gegebenenfalls die Lageberichte (…) von zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren nicht vollzählig zum Firmenbuch eingereicht hat und seit dem Zeitpunkt, zu dem der Jahresabschluss für das zweite Geschäftsjahr einzureichen gewesen wäre, mindestens sechs Monate vergangen sind.“

Plombe im Grundbuch

Der letzte verfügbare Jahresabschluss (2022) der VIS 37 Immobilien GmbH zeigt ein negatives Eigenkapital von rund 210.000 und Kapitalrücklagen in Höhe von 500.000 Euro. Bei Verbindlichkeiten von gut 5,1 Millionen Euro. Auf der Liegenschaft befinden sich Pfandrechte der Hypo Burgenland im Höchstbetrag von 7,2 Millionen Euro. Im Grundbuch ist eine Simultanhaftung der Liegenschaften Waidmannsdorfer Straße 1 und Villacher Straße 35 eingetragen. Es scheint auch eine Klage der Hypo Burgenland am Landesgericht Eisenstadt auf. Am aktuellen Auszug ist eine sogenannte Plombe vermerkt. Eine Plombe ist eine noch unerledigte Grundbucheintragung. Der diesbezügliche Antrag könnte bei Gericht bereits eingelangt, aber noch nicht bearbeitet worden sein.

Der Jahresabschluss 2022 der Villacher Straße 39 Immobilienbesitz GmbH weist ein negatives Eigenkapital von rund 29.000 Euro aus, die Verbindlichkeiten betragen knapp 476.000 Euro. Beim Dragonfly Kindergarten sind es minus 451.000 Euro Eigenkapital, bei 473.000 Euro an Verbindlichkeiten. In der Villacher Straße 39 ist ein Pfandrecht der Austrian Anadi Bank (Höchstbetrag: 510.000 Euro) vermerkt, im Grundbuch ist eine Hypothekarklage angeführt. Auf dem Dragonfly Kindergarten (Villacher Straße 93) lastet ein Pfandrecht im Höchstbetrag von einer Million Euro. Auch hier weist der Grundbuchsauszug eine Hypothekarklage aus.

Am Standort der Lillihill-Gruppe in Klagenfurt war für eine Stellungnahme niemand zu erreichen. Die Anwaltskanzlei von Franz Peter Orasch, Tschurtschenthaler Antolitsch, erklärt auf Anfrage, „dass die Gesellschaften nicht vermögenslos sind“.

Update 16:15 Uhr: Zwangsversteigerung von Orasch-Haus

Nur kurz nach Veröffentlichung dieses Artikels stand fest, dass das zur Stapledon Holding GmbH gehörende Haus am Villacher Ring 23 in Klagenfurt versteigert wird. Es befindet sich bereits in der Ediktsdatei auf der Versteigerungsseite. Die Stapledon Holding gehört der Lilihill Real Estate Beta GmbH, die wiederum über mehrere Stufen zu Orasch ressortiert. Laut Gutachten hat das Haus einen Verkehrswert von 254.000 Euro. Geringstes Angebot: 200.000 Euro. Die Versteigerung ist für den 29. Juli anberaumt. Betreiber der Versteigerung ist die Austrian Anadi Bank. Es geht um 75.000 Euro.

Das Haus am Villacher Ring 23 in Klagenfurt (c) Google Earth

Die Anwaltskanzlei Tschurtschenthaler Antolitsch teilte mit, dass sie nicht die Pressestelle der Lilihill-Gruppe sei. Bei der Lilihill-Gruppe war auf Anruf niemand erreichbar.

1 Kommentar

  1. Bald ist nichts mehr übrig von Lilihill als ein paar Fußnoten in der Klagenfurter Stadtgeschichte…

    Wir erinnern uns: in dieses Haus ist die damalige Bürgermeisterin zur „Audienz bei Herrn Orasch“ angetreten.

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