Alte Rückflussventile der STW für Klagenfurter Trinkwassermisere mit-verantwortlich?

Die Stadtwerke Klagenfurt scheinen nichts vom - von der Stadt geheim gehaltenen - Bericht Kraßnigs zu wissen (c) HeungSoon from Pixabay
Die Stadtwerke Klagenfurt scheinen nichts vom - von der Stadt geheim gehaltenen - Bericht Kraßnigs zu wissen (c) HeungSoon from Pixabay
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Sonntägliche Presseaussendungen sind rar. Flattert eine herein, ist es meist wichtig oder dringend. Das scheint heute auch bei den Stadtwerken Klagenfurt (STW) der Fall gewesen zu sein. Die 100-Prozent-Tochter der Stadt Klagenfurt, die in den letzten Jahren verlässliche Dividenden ans Rathaus abgeliefert hat und der Stadt nun mit erhöhten Ausschüttungen das Budget retten soll, ließ eine solche Presseaussendung Sonntagabend um 18:23 Uhr raus.

In der Aussendung geht es darum, dass die STW den Sachverhalt und die Darstellung in einer Story der Sonntagsausgabe der Kleinen Zeitung als „sachlich falsch“ qualifizieren. Die Geschichte der Zeitung trägt den Titel „Geheimer Bericht legt wahren Auslöser für Klagenfurter Trinkwasserkrise offen“. Der Zeitungstext handelt davon, dass in einem von der Stadt Klagenfurt vor der Öffentlichkeit geheim gehaltenen 12.000 Euro teuren Bericht des Steuerberaters Ulrich Kraßnig die Trinkwassermisere in Klagenfurt „teilweise auf defekte oder veraltete Rückflussventile zurückzuführen war“. Zumindest eine Seite des Berichtes handelt von dieser Thematik. Mediapartizan.at veröffentlichte diese Woche, dass 31 (von gut 50) Seiten dieses Papiers aus der Jahresabschlussprüfung 2024 der STW stammen, für die Kraßnig den STW bereits zwischen 90.000 und 100.000 Euro verrechnet haben soll.

„In Abstimmung mit Behörden festgestellt“

Die STW erklären in ihrer Sonntagabend-Presseaussendung, dass „es keinen Geheimbericht gibt, in dem die Ursache für die Trinkwasserverunreinigung zu finden ist“. Nun: Da irren die STW. Es gibt diesen Bericht von Kraßnig, der jedenfalls von einer „teilweisen Ursache“ spricht. Die Kleine Zeitung hat richtig zitiert.

Im Bericht stehen einige Absätze mehr, als die Zeitung zitiert hat: Das Manko mit den Rückflussventilen der STW sei „nach interner Analyse und in Abstimmung mit den zuständigen Behörden festgestellt“ worden. Eine diesbezüglich nötige Rückstellung in der Höhe von 6,2 Millionen Euro umfasse „die Inspektion und den Austausch der Rückflussventile im gesamten Wasserversorgungsgebiet der Stadtwerke Klagenfurt AG“. Kraßnig weiter: „Die Bildung der Rückstellung erfolgt gemäß den Vorgaben des UGB (§ 198 Abs. 8), da eine rechtliche Verpflichtung zur Sicherstellung der Trinkwasserqualität und Gefahrenabwehr gegenüber Dritten besteht.“

Kraßnig: STW-Management in Sachen Rückstellung informiert

Kraßnig bezieht in seinem Bericht auch Führungsmitarbeiter mit ein: „Die Berechnung der Rückstellung basiert auf Schätzungen des technischen Bereichs sowie Kostenvoranschlägen externer Dienstleister. Die zugrunde gelegten Annahmen wurden vom Management plausibilisiert und als angemessen eingestuft.“

Im Bericht der Kleinen Zeitung von heute, Sonntag, erklärt Kraßnig: „Ich kenne den Sachverhalt, und meine Prüfungsergebnisse picken.“ Die STW sagen hingegen, man könne „Inhalte oder Interpretationen aus Berichten Dritter nicht kommentieren“.

Fazit: Es gibt den Bericht Kraßnigs. Er war Jahresabschlussprüfer 2024 der STW Klagenfurt. Und die Rückflussventile scheinen offenbar tatsächlich eine Rolle gespielt zu haben.

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