Wir schreiben den 12. Oktober 2025. Ein trüber Herbsttag. Auf einer Wiese nahe des Klagenfurter Wörthersee-Stadions gemächliches Getümmel. Ein Spatenstich ist angesagt. Schaufeln wirbeln durch die Luft. Nach Jahren des Wartens auf das neue Alpen-Adria-Sportbad werden von Politikern Erdhäufchen kameratauglich durch die Gegend geworfen.
Seither fahren Baumaschinen und Bagger am Südring auf, dem Standort des kommenden 72-Millionen-Euro-Alpen-Adria-Bades. Noch mehr Bewegung gibt es allerdings in der Hallenbadkassa der Stadtwerke (STW) Klagenfurt, dem Erbauer und künftigen Betreiber des Bades.
Bereits mehr als acht Millionen netto überwiesen
Insgesamt rund 8,1 Millionen Euro netto an Rechnungen haben die STW bis Jahresende 2025 an Dienstleister überwiesen. Das geht aus einer Anfragebeantwortung der STW hervor. Davon sind bis Anfang Februar 2026 rund 4,6 Millionen Euro netto an den Generalplaner gegangen. Vertrauliche Dokumente der STW vom Mai 2025 zeigen, dass die Planungskosten des Neubaus fast elf Millionen Euro betragen sollen. Bei Gesamtbaukosten von 72 Millionen Euro sind das rund 15 Prozent.

100.000 Euro für eigene Mitarbeiter
In der Liste der Ausgaben (Stichtag 1. September 2025) tauchen auch zwei STW-Mitarbeiter mit aufrechtem Dienstverhältnis auf. Sie kosteten 100.500 Euro. Das wird vom Unternehmen bestätigt. Allerdings handle es sich dabei um „interne Kostenzuteilungen“. Also höchstwahrscheinlich um Kosten der beiden STW-Mitarbeiter, die auf den Hallenbadbau umgelegt werden.
Weitere 100.000 Euro für Beratungsfirma von nunmehrigem Mitarbeiter
Weitere rund 100.000 Euro netto gingen an eine Beratungsfirma, deren Inhaber seit 1. März 2024 bei den Stadtwerken beschäftigt ist. „Alle Rechnungen [der Firma] beziehen sich auf einen Leistungszeitraum vor dem Wechsel [des Inhabers] in das Angestelltenverhältnis“ bei den STW, teilt die Pressestelle mit. Vor seinem Eintritt wurde der nunmehrige Mitarbeiter „für die Kommunikationsbegleitung im Bereich Sportinfrastruktur und die Abwicklung der gesamten Landes- und Bundesförderung“ eingesetzt, so die STW weiter.
200.000 Euro für UVP-Themen
Für die juristische Beratung rund um das Thema Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) überwiesen die STW bis zum Stichtag 1. September 2025 rund 207.000 Euro. Darin inkludiert ist auch die Behandlung der UVP-Beschwerde des ehemaligen Klagenfurter Magistratsdirektors Peter Jost, der ein Haus in der Nähe des Hallenbadstandortes besitzt. Jost zog seine Beschwerde später zurück. Gut 230.000 Euro kosteten die Untergrunderkundung, Bodenarbeiten beziehungsweise Grabungs- und archäologische Arbeiten. Für die Projektsteuerung gaben die STW bis September knapp 1,1 Millionen Euro an eine steirische Ziviltechnikerfirma aus.
Rund 175.000 Euro wurden für Arbeiten am Verkehrskonzept ausgegeben. 135.000 Euro kostete die rechtliche Betreuung rund um den Architekturwettbewerb und die Ausschreibung der Gewerke.

2,5 Millionen aus Eintrittsgeldern
In vertraulichen Dokumenten rechnen die STW mit 204.300 Gästen pro Jahr. Diese sollen einen Jahresumsatz von 2,5 Millionen Euro bringen. Würde man diese Summe vereinfacht durch die Gästeanzahl dividieren, würde ein Eintritt 12 Euro netto kosten. Die STW werden sich aber wohl Staffel- und verschiedene Zeitmodelle ausdenken.
„Freie Preisgestaltung“, wenn Stadt Abgang nicht finanzieren kann
Aus einem Entwurf zur Deckung des Abgangs des Hallenbades geht hervor, dass die STW (oder der Betreiber) mit „freier Preisgestaltung arbeiten“ kann, sofern die Stadt Klagenfurt den Abgang von 800.000 Euro im Jahr nicht decken kann. Das ist insofern erwähnenswert, als es um die Stadt Klagenfurt 2025 immer wieder Insolvenzbefürchtungen gegeben hat. Die STW sind aktienrechtlich verpflichtet, wirtschaftlich zu arbeiten.
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